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11.11.2020 Bento F. Nhamuave

Bento Firmino Nhamuave war in der DDR Gruppenleiter der mosambikanischen Vertragsarbeiter im Sägewerk Jeber-Bergfrieden. Im Gespräch vom 11. November 2020 widerspricht er Ibraimo Alberto, der mehrfach öffentlich behauptet hatte, Manuel Diogo wäre im Juni 1981 gemeinsam mit ihm in die DDR geflogen. Ebenso stellt der ehemalige Gruppenleiter klar, dass Manuel vor seinem Tod mit 4 Kollegen in Dessau war und nicht wie vom vermeintlichen Zeugen behauptet, zu Besuch in Berlin.

 

Bento Firmino Nhamuawe bestätigt außerdem, dass er weder in der DDR noch später zum Tod von Manuel Diogo befragt wurde und während der Jahre in der DDR keinen Rassismus erlebt hatte.

Zum Hintergrund:

Im Mai 2008 wurde Ibraimo Alberto vom damaligen Bundesinnenminister Schäuble/CDU und Justizministerin Zypries/SPD in Berlin als "Botschafter  für Demokratie und Toleranz" ausgezeichnet (Preisgeld: 5 Tausend Euro). Er bekam eine Beschäftigung als Ausländerbeauftragter in Schwedt, wo er sich und seine Familie zu Opfern eines permanenten Rassismus erklärte. “Immer wieder hat Ibraimo Flagge gegen rechte Gewalt gezeigt und kämpft vehement gegen das Engagement der AfD.” (Deutsch-Polnische Nachrichten)

 

Nach der Veröffentlichung eines Buchs mit Unwahrheiten über den Tod von Manuel Diogo und Naziaufmärsche in der DDR, wurde der ehemalige DDR-Vertragsarbeiter von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen, ihn 2015 auf Staatskosten auf seiner Mosambikreise zu begleiten. Trotz der Gespräche mit Ibraimo Alberto, erklärte der damalige Bundesaußenminister in Maputo gegenüber der Deutschen Welle, über die Situation der ehemaligen Vertragsarbeiter in Mosambik nicht informiert zu sein.

 

Für die MDR-Dokumentationen über Rassismus in der DDR, schilderte Ibraimo Alberto, der in Deutschland häufig zu öffentlichen Veranstaltungen und Lesungen eingeladen wird, detailliert die Ermordung von Manuel Diogo durch eine Gruppe von Neonazis.

11.11.2020 Lucas F. Nzango (1)
11.11.2020 Lucas F. Nzango (2)
11.11.2020 Lucas F. Nzango (3)

Lucas Firmino Nzango war im Oktober 1981 gemeinsam mit Manuel Diogo und den anderen Kollegen aus dem Sägewerk Jeber-Bergfrieden in die DDR geflogen, was den Veröffentlichungen von Ibraimo Alberto widerspricht, der behauptete im Juni 1981 gemeinsam mit Manuel in die DDR geflogen zu sein. Ihn verband mit Manuel bis zu dessen Tod in der Nacht des 30. Juni 1986 eine feste Freundschaft und er war einer der Initiatoren von Sonderschichten zur Unterstützung der Hinterbliebenen in Mosambik.

 

Im Gespräch vom 11. November 2020 bestätigte Lucas Firmino Nzango, dass keiner der Kollegen Ibraimo Alberto kannte und dass Manuel am 29. Juni 1986 in Begleitung von Kollegen in Dessau und nicht bei einem Freund in Berlin war.

 

Im Herbst 2018 wurde Lucas Firmino Nzango als Redner auf der Internationalen Tagung "Respekt und Anerkennung" eingeladen und ihm drei Monate später die Teilnahme an der Veranstaltung verwehrt.

Lucas Firmino Nzango vermutet, dass die Ausladung im Zusammenhang mit seinem Interview für den Youtube Kanal ICMA TV steht, in der er auch über den Tod seines ehemaligen Kollegen Manuel Diogo sprach.

Für den ausgeladenen und bis heute nicht von den Veranstaltern entschädigten Familienvater war die erste Reise nach Deutschland nach drei Jahrzehnten auch deshalb wichtig, weil er in der DDR mehr als 6 Monate im Gefängnis Rummelsburg inhaftiert war und nach seiner Entlassung und Abschiebung nach Mosambik keine Unterlagen bekam, die ihm eine Aufarbeitung und Entschädigung ermöglichen könnten.

Zum Hintergrund:

Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin, der Berliner Journalistin Julia Oelkers, war Ibraimo Alberto für die Auswahl der Redner auf der staatlich geförderten Tagung "Respekt und Anerkennung" zur Problematik der Vertragsarbeiter verantwortlich.

Nachdem diese einen Hinweis auf das vom Integrationszentrum ICMA in Maputo veröffentlichte Interview mit Lucas Nzango bekamen, sorgten sie dafür dass der Redner wieder ausgeladen wurde.

24.11.2020 Armando Mucharama

Armando Mucharama teilte sich jahrelang im Wohnheim in Jeber-Bergfrieden das Zimmer mit Manuel Diogo und war am 29. Juni 1986 mit ihm und drei weiteren Kollegen in Dessau.

 

Im aufgezeichneten Telefongespräch vom 24. November 2020 bestätigte der ehemalige Arbeits- und Zimmerkollege von Manuel, dass sie am Sonntag zur Übertragung des WM-Finalspiels Deutschland-Argentinien gemeinsam nach Dessau gefahren sind und Manuel nicht, wie von Ibraimo Alberto behauptet in Berlin war.

 

Armando Mucharama erklärt, dass sie auf der Rückfahrt erst bemerkten dass Manuel im Zug sitzen geblieben ist, nachdem sie bereits ausgestiegen waren. Sie waren betrunken und gingen davon aus, dass ihr Kollege in der Mitropa in Belzig übernachten würde um dann rechtzeitig vor Dienstbeginn mit dem ersten Zug nach Jeber-Bergfrieden zu kommen.

 

Im Telefongespräch verneinte Armando Mucharama, von deutschen Journalisten oder Ermittlungsbehörden befragt worden zu sein, obwohl er am Unglückstag mit Manuel bis kurz vor dessen Tod zusammen war und wie kaum ein anderer dessen Lebensgewohnheiten während des 5-jährigen Aufenthalts in Jeber-Bergfrieden kannte.

 

Im Laufe des Gesprächs fragte er den Leiter der Initiative für Familienzusammenführung WIEDERSEHEN-REENCONTRO ob dieser bereits einen Kontakt zu seiner heute 33-jährigen Tochter Josefina herstellen konnte, die er seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Diese Hoffnung hatte er an die Recherchearbeit in Dessau geknüpft, eine erfolgreiche Suche seiner Tochter jedoch nie zur Bedingung gemacht, seinerseits die Ermittlungen zu unterstützen.

Zum Hintergrund:

Armando Mucharama hatte jahrelang das Zimmer mit Manuel Diogo geteilt und war mit ihm besonders eng befreundet, ebenso die beiden damaligen Partnerinnen der Zimmerkollegen.

So hätte der nie befragte Zeuge von Zugfahrten Manuel Diogos zum Besuch eines Freundes in Berlin Bescheid wissen müssen.

Spekulationen, sein Zimmerkollege sei homosexuell gewesen und hätte sich gar prostituiert, tritt er wie alle anderen ehemaligen Kollegen entschieden entgegen.

AUFGRUND FEHLENDER UNTERSTÜTZUNG UND DES WIEDERHOLTEN VORWURFS DER VERBREITUNG FALSCHER INFORMATIONEN ZUM TOD VON MANUEL DIOGO, WERDEN WIR DIE BEFRAGUNG VON AUGENZEUGEN HIER IN MOSAMBIK EINSTELLEN.

 

UNSERE VOR EINEM HALBEN JAHR GEGENÜBER DEN ERMITTLUNGSBEHÖRDEN UND DER STAATSANWALTSCHAFT ERKLÄRTE BEREITSCHAFT, ZU EINER KLÄRUNG DER TODESUMSTÄNDE BEIZUTRAGEN, BESTEHT WEITERHIN.