ÜBER DEN AUTOR

Roland Hohberg war zu DDR-Zeiten Gründer, Vorstandsmitglied und Sprecher des Connewitzer Alternative e.V. in Leipzig.

Als Leiter des Ausländerberatungsbüros unterstützte er mehr als 500 Vertragsarbeiter aus Mosambik und Angola aus mehreren DDR-Bezirken ehrenamtlich bei Behördengängen, Übersetzung von Dokumenten und bei der Klärung rechtlicher Angelegenheiten.

Im Abrissgebiet Connewitz schuf der gemeinnützige Verein eine über Leipzig hinaus bekannte multikulturelle Begegnungsstätte, die Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremistischen Gruppierungen wurde.

Als Verfechter einer Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei und der Zusammenarbeit mit der Leipziger Stadtverwaltung zur Durchsetzung des Connewitzer Sanierungskonzepts, wurde Hohberg zur Zielscheibe linker Gewalt.

 

1990 entschloss er sich nach mehreren Einbrüchen in seiner Wohnung und der zunehmenden Radikalisierung in Connewitz zu einer längeren Reise nach Mosambik.

In Maputo gründete er 1991 gemeinsam mit ehemaligen Vertragsarbeitern und Studenten die Rückkehrervereinigung ADECOMA und die Initiative deutsch-mosambikanischer Familienzusammenführung WIEDERSEHEN - REENCONTRO.

 

Für diese stellte er in seiner Wohnung einen Büroraum zur Verfügung und half mit Computer- und Kommunikationstechnik.

Nach dem Entschluss länger in Mosambik zu bleiben, gründete Hohberg nach Kriegsende seine erste eigene Firma INSIDE MOZAMBIQUE LDA und arbeitete als Musik- und Filmproduzent.

 

1993 wurde die Wohnung des Geschäftsfühers der ADECOMA, in der die mosambikanischen Rückkehrerinitiativen ihre Arbeit organisierten, polizeilich geräumt.

Als er danach in seinem neuen Studio ein Büro zur Verfügung stellte, wurde im  November 1994 auf die Räume ein Brandanschlag verübt, bei dem die Registrierungsunterlagen Tausender DDR-Rückkehrer den Flammen zum Opfer fielen.

1996 leitete er in Maputo ehrenamtlich das erste Integrationszentrum für DDR-Rückkehrer CIMA, welches wenige Monate nach der Eröffnung durch Bundesaußenminister Klaus Kinkel auf Anordnung der Deutschen Botschaft Maputo geschlossen wurde.

 

1997 gründete der Autor die Firmen MOZAMBIQUE RECORDING LDA und PROMUSIC LDA, produzierte international erfolgreiche Platten und organisierte als Konzertmanager weltweit Musiktourneen mit mehr als 200 Konzerten mosambikanischer Künstler.

2003 leitete er als Entwicklungshelfer des DED das Integrationszentrum ICMA, eine entwicklungspolitische Maßnahme zur Wiedereingliederung der DDR-Rückkehrer und richtete das Internet-Forum KULTURINSTITUT-MAPUTO(punkt)COM ein.

Nach seiner Kritik an der Ausgrenzung der DDR-Rückkehrer aus dem für sie mit öffentlichen Mitteln finanzierten Zentrum und seinen Anzeigen der Veruntreuung gegen leitende DED-Mitarbeiter, wurde ihm 2004 durch den DED-Geschäftsführer fristlos gekündigt und das Internet-Forum eingestellt.

Im Anschluss finanzierte die Deutsche Botschaft Maputo eine Diffamierungskampagne in den mosambikanischen Medien, in der Hohberg unterstellt wurde, Drahtzieher der Botschaftsbesetzung im Juli 2004 in Maputo gewesen zu sein.

Zum Schutz seiner Familie musste sich der Menschenrechtsaktivist aus dem öffentlichen Leben der Hauptstadt in ein Dorf in der Provinz Maputo zurückziehen und seine Arbeit als Konzertmanager niederlegen.

2014 wurde auf einem Parkplatz in Maputo sein mobiles Aufnahmestudio 2014 angezündet.

Nach der Schließung des im ICMA Goethe-Zentrum Maputo im Zuge der Aufdeckung eines Betrugsskandals, übernahm Hohberg 2017 ohne Gehaltsvertrag erneut die Leitung des ICMA als Integrationszentrum der DDR-Rückkehrer.

Er schuf ein neues Internet-Forum, den Youtube-Kanal ICMA-TV und organisierte Film-Foren und Begegnungstreffen für ehemalige Vertragsarbeiter und Studenten.

Über mehr als zwei Jahrzehnte bemühte sich der ICMA-Leiter auf privaten Reisen um Fortschritte bei der Lösung der Intergrationsproblematik der DDR-Rückkehrer und hielt Vorträge in mehreren deutschen Städten.

Nach der Veröffentlichung seiner Beiträge zum ICMA-Skandal auf dem Youtube-Kanal ICMA TV kam es im August 2017 in seinem Studio zum Diebstahl einer Videokamera und des Computers zur Videobearbeitung.

In seinem Haus organisierte Roland Hohberg regelmäßig Treffen mit ehemaligen Vertragsarbeitern und Studenten, zuletzt nach Absprache mit dem Entwicklungspolitik- und Mosambikexperten der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Hans-Joachim Döring, die Vorbereitung der Magdeburger Tagung “Respekt und Anerkennung”.

 

Von dieser aber wurde er, wie bereits bei der Wittenberger Tagung 2004, wieder ausgeladen, diesmal laut E-Mail von Döring, aufgrund seiner Hautfarbe.