Wer bislang nur den offiziellen Darstellungen des Auswärtigen Amts, der Vertreter der Entwicklungshilfeindustrie oder der zahlreichen Mosambik-Experten aus Deutschland Aufmerksamkeit geschenkt hat, wird keine Erklärung finden, warum mosambikanische DDR-Vertragsarbeiter drei Jahrzehnte nach ihrer Abschiebung mit Nazisymbolen durch Maputos Straßen ziehen.

 

Bereits im Jahr nach der Deutschen Einheit haben sich in Maputo aus der DDR zurückgekehrte mosambikanische Vertragsarbeiter und Studenten zu einer Vereinigung zusammengeschlossen, im Glauben, die deutsche Regierung bei den angekündigten Reintegrationsmaßnahmen und Existenzgründungsinitiativen zu unterstützen, familiäre Trennungen zu überwinden, ihre deutschen Sprachkenntnisse zu pflegen und den deutsch-mosambikanischen Kulturaustausch zu fördern.

 

Bis heute wird verhindert, dass in Deutschland über die Initiativen der 1991 gegründeten mitgliederstärksten Nichtregierungsorganisation der mosambikanischen Zivilgesellschaft berichtet wird, die nach Kriegsende in Mosambik als gemeinnütziger Verein anerkannt wurde.

In seiner Dokumentation "Betrogen-Bevormundet-Diskriminiert" wirft der Gründer der Vereinigung ADECOMA (Associação de Desenvolvimento e Cooperação Moçambique - Alemanha) und der Initiative der Familienzusammenführung WIEDERSEHEN-REENCONTRO einen Blick zurück auf die 30 Jahre des Kampfes für die Rechte der Madgermanes und ihrer Familienangehörigen.

 

Den Mosambikanern, die als junge Hoffnungsträger für den Wiederaufbau ihrer kriegszerstörten Heimat in das Bruderland geschickt wurden und sich heute selbst als Müll (Lixo) oder Sklavenarbeiter (Escravos) bezeichnen, sollte es verwehrt bleiben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

 

Die 80-seitige Dokumentation deckt die aus Deutschland gesteuerten Machenschaften von Betrug, Bevormundung und politischer Verfolgung auf, die dazu dienten, die DDR-Rückkehrer auszugrenzen und zu instrumentalisieren.

 

Die erste Veröffentlichung eines Autors aus Mosambik zur Thematik der ehemaligen Vertragsarbeiter wird vervollständigt durch einen umfangreichen Anhang bislang unveröffentlichter Dokumente und Stellungnahmen von Zeitzeugen vor Ort.

 

Die Dokumentation erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftlichen Abhandlung, kann aber bisherige Veröffentlichungen mit wichtigem Faktenmaterial ergänzen bzw. korrigieren.

Diese Arbeit ist wie alle anderen Aktivitäten unserer Vereinigung nicht öffentlich gefördert worden. Wer den Autor unterstützen möchte, kann HIER Kontakt aufnehmen.

Eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils ist im PDF-Format öffentlich. Die gesamte Dokumentation kann bereits vorbestellt werden. Sie ist ab dem 25. September 2020 für 20.00 Euro erhältlich.