Verbrechen an mosambikanischen Vertragsarbeitern

Aktualisiert: Aug 5

Für möglichst erfolgreiche Ermittlungen von Verbrechen an ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeitern, wie z.B. dem Tod von Manuel Diogo, sind nicht nur die Auswertung der Stasiakten und Befragung von Zeugen in Deutschland wichtig, sondern auch die Zusammenarbeit mit Zeitzeugen aus dem damaligen Umfeld der Opfer, die längst nach Mosambik zurückgekehrt sind.


Wir hatten hier in Mosambik bereits 1991 die Organisation der DDR-Rückkehrer ADECOMA und die Initiative WIEDERSEHEN-REENCONTRO gegründet. Bei der gemeinnützigen Vereinigung waren bis zum Brandanschlag auf unser Büro im November 1994 in Maputo über 2 Tausend ehemalige Vertragsarbeiter und Schüler der Schule der Freundschaft registriert, unter ihnen auch ehemalige Arbeitskollegen und Freunde von Manuel Diogo.


Als wir in Maputo vor drei Jahren im ICMA im Rahmen unseres Film-Forums die Dokumentation "Schatten auf der Völkerfreundschaft" aufführten, um danach über Rassismuserfahrungen im ehemaligen SED-Staat zu diskutieren, war auch Lucas Nzango anwesend, ein ehemaliger Arbeitskollege von Manuel.


Später beteiligte sich Lucas Nzango auch an den Filmaufnahmen zum zweiten Teil der Dokumentation und wurde vom Leiter des ICMA, Roland Hohberg, für unseren Kanal ICMA-TV interviewt:


Der angekündigte zweite Teil des Interviews konnte nicht produziert werden. Das ICMA wurde geschlossen. Aus dem Studio des ICMA-Leiters wurden die Kamera und das Mac Book mit der Editing-Software gestohlen.


Im Februar 2019 sollten Lucas Nzango und Roland Hohberg als Redner auf der Magdeburger Tagung "Respekt und Anerkennung" sprechen, wurden dann jedoch von den Veranstaltern ausgeladen.



So wird in diskriminierender, menschenverachtender Weise bis heute eine Aufarbeitung der Vergangenheit der ehemaligen Vertragsarbeiter und Studenten der Schule der Freundschaft verhindert.



23 Ansichten