Weder Respekt noch Anerkennung (Teil2)

Aktualisiert: Sept 30

Im Februar 2019 organisierten Mosambik-Experten aus Deutschland eine Internationale Tagung zur Entwicklungszusammenarbeit zwischen Mosambik und Deutschland mit dem Schwerpunkt der DDR-Vertragsarbeiter und gaben ihr zur Rechtfertigung öffentlicher Förderung den Titel “Respekt und Anerkennung”. Die Veranstaltung in Magdeburg wurde zur Bühne von Geschichtsverklärung, Diskriminierung und kollektivem Vergessen. Roland Hohberg, 18.09.2020

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Schweigemissionen und Schokomilchmädchenrechnungen Dank dieser für ihn günstigen Rahmenbedingungen konnte der Persönlicher Afrika-Beauftragte von Bundeskanzlerin Merkel, Günter Nooke, auf der Internationalen Tagung auftreten, als würde er aus dem Buch “Entwicklungspolitik und Integration für Dummies” zitieren.


Zur deutschen Verantwortung gegenüber den DDR-Rückkehrern erklärte der Christdemokrat gegenüber dem Deutschlandfunk: “Da können wir jetzt nicht so tun - wenn ein Staat (Mosambik) etwas nicht macht - dann springt immer der große, reiche Onkel aus dem Westen ein. Das funktioniert nicht.” (Deutschlandfunk: Gastarbeiter in der DDR)

2019 geriet der Merkel-Berater wegen seines Umgangs mit Kritikern und in Zusammenhang mit Äußerungen zum Kolonialismus immer mehr in die Kritik.


Eine Welle der Empörung sorgte seitens der Oppositionsbank im Bundestag zu Rücktrittsforderungen gegenüber Nooke und auch von Wissenschaftlern bekam der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und CDU-Politiker scharfe Kritik.

Wie andere deutsche Regierungsvertreter vor ihm, lehnte der Afrika-Beauftragte auch in Magdeburg alle Forderungen der ehemaligen Vertragsarbeiter an die Bundesregierung kategorisch ab und erklärte die Diskriminierung Tausender Opfer der Deutschen Einheit zu einem “innermosambikanischen” Problem. Frank-Walter Steinmeier hatte im November 2015 in Maputo als Bundesaußenminister gegenüber der Deutschen Welle sogar erklärt, von den Forderungen der DDR-Rückkehrer keinerlei Kenntnis zu haben (DW: “Madgermanes” indignados com chefe da diplomacia alemã), obwohl er sich auf der Reise ausführlich mit dem ehemaligen Vertragsarbeiter Ibraimo Alberto unterhalten hatte. Auch die Tagungsteilnehmerin Nina Lutter, Beamtin beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sah die Forderungen der DDR-Rückkehrer an die Bundesregierung unter anderem mit den 1,4 Milliarden Euro Entwicklungshilfe erfüllt, welche die Bundesrepublik Deutschland seit 1977 nach Mosambik überwiesen habe. Doch konnte die Länder-Beauftragte für Mosambik in Magdeburg nicht erklären, wieviel Mittel in den letzten drei Jahrzehnten für konkrete entwicklungspolitische Maßnahmen zur Wiedereingliederung der ehemaligen Vertragsarbeiter und Studenten bereitgestellt wurden. Das verwundert, sollte doch nach offiziellen Bekenntnissen die Reintegration Tausender Rückkehrer im Zentrum deutscher Entwicklungshilfe stehen. Die ehemaligen Vertragsarbeiter sollten mit ihren Kenntnissen und dem in der DDR erworbenen Abschluss als Facharbeiter, Teilfacharbeiter oder gar Meister am Wiederaufbau ihres kriegszerstörten Heimatlands mitwirken. ​ ​ Zum Weiterlesen dieses Beitrags bitte registrieren. Der 3. Teil erscheint am 24. September. Der komplette mehrteilige Beitrag im PDF-Format mit Links, Quellennachweisen und einer umfassenden Dokumentation steht für registrierte Mitglieder mit einem Jahresabonnement zum Download bereit. Für Unterstützung unserer ehrenamtlichen Arbeit für die Rechte der DDR-Vertragsarbeiter sind wir sehr dankbar. SPENDEN


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