Auch um die Rente betrogen

Erst einige Jahre nach der Rückkehr der mosambikanischen Vertragsarbeiter in ihr Heimatland, im Juli 1996, hatten Bundesaußenminister Klaus Kinkel und der Präsident des Goethe-Institut e.V., Prof. Hilmar Hoffmann, in Maputo das erste Informations- und Integrationszentrum für die ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter und Studenten eröffnet. Eingangsbereich des CIMA in Maputo (1996) Zwei Monate später, am 11. September 1996, unterzeichneten der Deutsche Botschafter Dr. Helmut Rau und der Geschäftsführer der 1991 gegründeten, gemeinnützigen Rückkehrervereinigung ADECOMA, Roland Hohberg, für den Betrieb des CIMA (Centro de Informação Moçambique Alemanha) einen Zuwendungsvertrag. Zur Förderung der kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik wurde Anfang 1997 ein bilaterales Kulturabkommen unterzeichnet. Zur Erarbeitung eines Konzepts zur Pflege der deutschen Sprachkenntnisse der DDR-Rückkehrer, sollte der ADECOMA-Geschäftsführer und Leiter des Informationszentrums CIMA im März 1997 an der Regionalkonferenz der Goethe-Institute teilnehmen. Außenminister Kinkel in Maputo (1996) Überraschend wurde die Zusammenarbeit, im März 1997 durch die Deutsche Botschaft Maputo und das Goethe-Institut beendet. Im Informationszentrum CIMA sollten die ehemaligen Vertragsarbeiter auch Auskunft über die Abwicklung ihrer Rentenansprüche bekommen und Hilfe bei der Übersetzung von Dokumenten und der Korrespondenz mit den Behörden in Deutschland finden. Ein Bescheid aus dem Jahr 1997 In den zurückliegenden 23 Jahren haben weder das Auswärtige Amt noch das Goethe-Institut München eine Erklärung über die Gründe der Schließung des Rückkehrerzentrums CIMA abgegeben. Die Bundesregierung hat bis heute, zumindest nach Kenntnis der mosambikanischen Rückkehrerinitiativen, keine konkreten Maßnahmen eingeleitet, um die ehemaligen Vertragsarbeiter über ihre Ansprüche und Antragsmöglichkeiten zu informieren und eine Auszahlung der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung sicherzustellen. Da Vertretern unserer Rückkehrerinitiativen auch zuletzt die Teilnahme an einer Tagung zu dieser Problematik ("Respekt und Anerkennung", Februar 2019 in Magdeburg) verwehrt wurde, möchten wir hiermit nochmals versichern, in den vergangenen drei Jahrzehnten in Mosambik keine öffentliche Förderung für die Reintegration der ehemaligen Vertragsarbeiter und Studenten erhalten zu haben. Sollten der Bundesregierung gegensätzliche Informationen vorliegen, worauf die Aussagen des Persönlichen Afrika-Beauftragten von Bundeskanzlerin Merkel, Günter Nooke, hindeuten, bitten wir diese für eine transparente Aufarbeitung öffentlich zu machen.