Betrug und Korruption auf Kosten der DDR-Vertragsarbeiter

Vor 3 Jahren berichtete das Staatliche Fernsehen TVM in Mosambik über den Betrugs- und Korruptionsskandal im Deutsch-Mosambikanischen Kulturinstitut, Goethezentrum Maputo - ICMA. 2003 wurde das ICMA als Zentrum für die Integration Tausender DDR-Rückkehrer (Madgermanes) mit öffentlichen Geldern aus Deutschland finanziert. Doch blieb das ICMA auf Forderung des Deutschen Botschafters für die eigentliche Zielgruppe dieser entwicklungspolitischen Maßnahme, die nach ihrer Abschiebung in ein Kriegsland im Jahr 1990 ausgegrenzten und betrogenen ehemaligen Vertragsarbeiter, 13 Jahre lang verschlossen. Ziel des Auswärtigen Amts war es, den DDR-Rückkehrern die Möglichkeit zu nehemen, sich zu organisieren, mit Freunden und Familienangehörigen in Deutschland Kontakt aufzunehmen, ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen oder nach Jahren der Arbeitslosigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt neue Perspektiven zu suchen. Leitende Mitarbeiter der Deutschen Entwicklungsdienst GmbH (DED) hatten 2003 heimlich den Verein AAMA (Deutsch Mosambikanischer Freundschaftsverein) gegründet, der sich gegenüber den deutschen Finanzgebern als mosambikanische Organisation der Madgermanes ausgab. Mit der friedlichen Besetzung der Deutschen Botschaft in Maputo im Juli 2004 bekräftigten die Madgermanes ihre Forderung an die Bundesregierung nach der Finanzierung der 1990 zugesagten Reintegrationsmaßnahmen. Seit ihrer Abschiebung im Jahr der Deutschen Einheit bekamen die unter dem SED-Regime als Sklavenarbeiter aus Afrika eingeflogenen, betrogenen Mosambikaner von Deutschland nur Zusagen. Während sich eine Gruppierung der Madgermanes in einer Ecke eines öffentlichen Parks traf, ohne Büro, Telefon oder Internet und stets unter wachsamer Beobachtung der Geheimdienste, wurden im ICMA die für ihr Reintegrationszentrum bereitgestellten Fördermittel von 2003 bis 2016 für andere Zwecke verwendet. Das ICMA wurde von einer Entwicklungshelferin geleitet, die während ihrer langjährigen Dienstzeit in einem der korruptesten Länder der Welt allein Zugriff auf das Konto der vermeintlichen Rückkehrervereinigung AAMA hatte. Und niemand im Auswärtigen Amt, beim DED und Goethe-Institut störte sich daran, dass diese allein für ein Konto einer gemeinnützigen afrikanischen Organisation unterschriftsberechtigt war. Die Verantwortlichen für die Kontrolle öffentlicher Mittel der Zuwendungsgeber schauten auch sorglos darüber hinweg, dass die Entwicklungshelferin ein Jahresgehalt von 100 Tausend Euro verdiente, plus Übernahme von monatlich 1.800 Euro Mietkosten, Dienstfahrzeug, Reisekosten etc. Diese gemeinsamen Geschäfte waren der Grund, dass die normale Einsatzzeit von DED-Entwicklungshelfern im Fall der ICMA-Leiterin weit überschritten wurde und die "Helferin" auch keine einheimische Fachkraft ausbildete um dann ihre Stelle zu übernehmen. Die Österreicherin schien auf Kosten der Madgermanes ein neues Modell "solidarischer Selbsthilfe" entwickeln zu wollen. Sie stellte ihren Mann als Changane-Lehrer ein, einen befreundeten Mosambikaner zur Organisation von Leseabenden, besorgte Visa für den Einsatz von Freiwilligen aus Deutschland und verschaffte einem österreichischen Musiker lukrative Aufträge, während sie die einheimischen Musiker um ihre Gagen betrog. Ihre Haus vermietete sie teuer an Mitarbeiter der Deutschen Botschaft und Büro- und Versammlungsräume des Rückkehrerzentrums sehr gewinnorientiert an die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH GIZ, das Deutsche Rote Kreuz und andere deutsche Organisationen. Auf Kosten der im Park der Madgermanes jahrelang auf ihre Integration wartenden DDR-Rückkehrer, finanzierte die Entwicklungshelferin Flugreisen, Hotelübernachtungen und Honorare für Künstler aus Deutschland und Vertreter befreundeter NGOs. Das Imperium der ICMA-Leiterin erweckte auch das Interesse internationaler Hilfsorganisationen und entwicklungspolitischer Einrichtungen aus der EU und der Schweiz. So flossen über Jahre nicht nur aus Deutschland öffentliche Gelder auf das Konto des vermeintlichen Rückkehrervereins AAMA. (Fortsetzung folgt)