Die Besetzung der Deutschen Botschaft Maputo

Heute vor 16 Jahren wurde die Deutsche Botschaft in Maputo besetzt. Am Abend des 13. Juli 2004 war es rund 300 DDR-Rückkehrern gelungen, auf das Gelände der Deutschen Botschaft in Maputo vorzudringen. Trotz des Einsatzes der vom Deutschen Botschafter angeforderten Schnellen Eingreiftruppe (Força de Intervenção Rápida FIR), schafften es 49 Mitglieder des "Fórums dos Madgermanes" sich im Warteraum der Konsularabteilung zu verschanzen. Bereits in der ersten Nacht kam es auch vor dem Botschaftsgelände zu Zusammenstößen zwischen protestierenden DDR-Rückkehrern und den gut ausgerüsteten Schlägertrupps mit mehreren Verletzten und zahlreichen Festnahmen. Ein ehemaliger Vertragsarbeiter erlag später seinen Verletzungen. Erst als es nicht gelang, die Besetzer durch Aushungern und die Verweigerung medizinischer Nothilfe zur Aufgabe zu zwingen, indem Freunden und Familienangehörigen untersagt wurde, die Erschöpften mit Wasser und Essbarem zu versorgen, wurde der diplomatische Weg eingeschlagen. Der Verhandlungsversuch scheiterte, weil die Deutsche Botschaft dem mosambikanischen Arbeitsminister Mario Sevene die Vermittlerrolle anvertraute und dieser gegenüber den Protestierenden erneut die deutsche Seite für die nicht gezahlten Lohn- und Versicherungsbeiträge verantwortlich machte. Erst als sich der Deutsche Botschafter an den Rektor der Universität Eduardo Mondlane Dr. Brazão Mazula wandte, der schon seit Jahren von deutscher Seite finanziert wurde und später von einer deutschen Stiftung und auch von der EU Geld für sein Privatinstitut ISTEG und das Zentrum CEDE bekommen sollte, kam es zu Verhandlungserfolgen mit den Besetzern. Gemeinsam mit der Vorsitzenden der 1995 gegründeten mosambikanischen Menschenrechtsliga, Alice Mabota, die es zuvor jahrelang abgelehnt hatte, die ADECOMA im Kampf für die Menschenrechte der Madgermanes zu unterstützen, wurden der Chef des "Forums" FORTMORD und ein weiterer Wortführer der Besetzer in einem Nobelhotel in Maputo mit finanziellen Zusagen überzeugt, die Protestaktion zu beenden. Eine Stellungnahme der mosambikanischen Regierung blieb aus und auch die lokale Presse zeigte sich betont zurückhaltend. Deutsche Medien berichteten, die Besetzung sei deshalb "unblutig" beendet worden, weil den Besetzern stets klar gewesen sei, dass die Bundesregierung nicht der Ansprechpartner für ihre Forderungen war. Laut der deutschen Presse erhofften sich die Madgermanes durch den Protest lediglich eine Reaktion ihrer eigenen Regierung und eine stärkere öffentliche Aufmerksamkeit für ihr neugegründetes, aber nie offziell registriertes "Forum". Auszug aus der Dokumentation "30 Jahre Betrug, Bevormundung und Diskriminierung" Autor: Roland Hohberg (Gründer der Rückkehrervereinigung ADECOMA 1991 und Leiter der Rückkehrerzentren CIMA 1996 und ICMA 2003)