Ein weiterer Schlag gegen die Pressefreiheit

Am gestrigen Abend (23.8.2020) wurde in Maputo auf das unabhängige Magazin "Canal de Moçambique" ein Brandanschlag verübt. Für unsere 1991 gegründete Vereinigung der DDR-Rückkehrer ADECOMA werden Erinnerungen wach an die Nacht vom 13. November 1994, als Computertechnik und die Registrierungsunterlagen Tausender ehemaliger Vertragsarbeiter und Studenten in unserem Büro den Flammen zum Opfer fielen. Damals hatten die Polizeibehörden trotz konkreter Hinweise auf mögliche Täter Ermittlungen abgelehnt. In der Presse wurde dieser Vorfall nicht erwähnt und auch Organisationen die sich in Deutschland mit der Problematik der gescheiterten Wiedereingliederung der DDR-Rückkehrer beschäftigen, war dieser Anschlag auf die mitgliederstärkste Vereinigung der mosambikanischen Zivilgesellschaft keine Zeile wert. Mit dem "Canal de Moçambique" traf es die einzige Zeitung die den Mut aufbrachte, ausführlich über die jahrelange Ausgrenzung der DDR-Rückkehrer aus dem mit öffentlichen Mitteln für ihre Integration finanzierten Zentrum ICMA zu berichten. Der mosambikanische Medienvertreter hatte 2017 öffentlich gemacht, dass der Deutsche Botschafter in Maputo das neue Zentrum CCMA eingeweiht hatte, welches neben der öffentlichen Förderung aus Deutschland mit veruntreuten Geldern des Rückkehrerzentrums ICMA finanziert wird und dessen Legalisierung die mosambikanischen Behörden mit einem rechtsgültigen Beschluss abgelehnt hatten. Der "Canal" ist in Mosambik Medienpartner unserer gemeinnützigen Rückkehrervereinigung zur Berichterstattung der für 2020 und 2021 geplanten internationalen Konferenzen zur Madgermanes-Problematik. Veröffentlichungen "Canal de Moçambique" 2017