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Wieso sind Tausende in der DDR ausgebildete Aufbauhelfer, mit ihren für die Nachkriegsentwicklung Mosambiks so wichtigen Erfahrungen, entgegen der von der Bundesregierung gemachten Zusagen nicht gefördert, sondern ins soziale Abseits gedrängt worden? Die Dokumentation beleuchtet die Hintergründe und enttabuisiert den Konflikt zwischen entwicklungspolitischer Verantwortung und den außenpolitischen Interessen der Bundesrepublik zur Zeit des Krieges und nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens in Mosambik.

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1986 starb der mosambikanische Vertragsarbeiter Manuel Diogo in der DDR bei einem Unglücksfall. 30 Jahre später macht der MDR daraus einen Neonazimord. Der Medienskandal offenbart, wie staatlich geförderte Netzwerke mit Lügen und selbstgerechter Empörungsrhetorik politische und geschäftliche Interessen durchzusetzen. Der Fall zeigt aber auch, was jahrzehntelange Entmündigung und Diskriminierung der Rückkehrer aus Deutschland in Mosambik angerichtet haben. ZUM BEITRAG

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Morddrohungen, Brandstiftung, Raubüberfälle, Bespitzelung, Verleumdung, Ausladungen von öffentliche Veranstaltungen.... Sich in Mosambik für die Rechte der Madgermanes einzusetzen, die weiße Deutungshoheit zu unterwandern, lügnerische Medienberichterstattung zu entlarven, den Geschichtsfälschern Fakten zu präsentieren, Fälle von Korruption und Veruntreuung anzuzeigen... ist nicht ungefährlich.

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Vor drei Jahrzehnten sind Hunderte junge Mosambikaner im Zuge ihrer Abschiebung in ein Kriegsgebiet von ihren Partnerinnen und  Kindern in Deutschland getrennt worden. Bis heute behindert das Auswärtige Amt die Suche der mosambikanischen Väter nach ihren Kindern. Seit Jahren profitieren skrupellose Geschäftemacher unter dem Banner humanitärer Hilfe vom Schicksal der Betroffenen.

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Es ist extrem problematisch für eine erinnerungspolitische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen und die längst überfällige Debatte über die politischen Hintergründe der Diskriminierung der Madgermanes, wenn zu Veranstaltungen in Deutschland, wie zuletzt zur Magdeburger Tagung "Respekt und Anerkennung", aus Mosambik nur RENAMO-Vertreter eingeladen werden. Es gibt Gründe, warum die Veranstalter und ihre Finanzgeber dies nicht öffentlich erwähnen.

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Nach jahrelanger Ausgrenzung und Diskriminierung trafen sich die Madgermanes im März 2017 erstmals in ihrem Reintegrationszentrum ICMA. Die entwicklungspolitische Maßnahme der Einrichtung eines Rückkehrerzentrums war 2002 zwischen dem damaligen Geschäftsführer des Deutschen Entwicklungsdienstes DED, Prof. Dr. Jürgen Wilhelm und dem Generalsekretär des Goethe-Instituts, Joachim-Felix Leonhard, vereinbart und vom Bundestagsausschuss für Kultur und Medien geprüft worden. Dann schaltete sich das Auswärtige Amt ein.

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Fünf Jahre nach der Zusage von Staatssekretär Hans-Peter Repnik beim Treffen mit Vertretern der Rückkehrervereinigung ADECOMA in Maputo im Februar 1991, sollte endlich das Reintegrationszentrum der Madgermanes finanziert werden. Das CIMA wurde im Juli 1996 vom damaligen Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, dem Präsidenten des Goethe-Instituts, Hilmar Hoffmann, und dem Intendanten vom Haus der Kulturen der Welt, Dr. Hans-Georg Knopp, offiziell eingeweiht. Ein halbes Jahr später wurde es wieder geschlossen.

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Bis heute bemühen sich mosambikanische Rückkehrerinitiativen vergeblich um Unterstützung für die Aufarbeitung und Klärung von Rechtsansprüchen für  nach Mosambik zurückgekehrte Opfer der SED-Diktatur. Förderung  durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung wird nur denen zuteil, die sich anmaßen, sich als legitime Interessenvertreter der Madgermanes auszugeben. Eine von der Stiftung geförderte, Lügen verbreitende und Geschichtsfälschung betreibende Webdoku wurde gleich mehrfach mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

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Wenn sich namhafte Wissenschaftler*innen in einem offenen Brief an die Bundesregierung wenden und Gerechtigkeit für die Madgermanes fordern, sollte man davon ausgehen, dass sie die Hintergründe der systematischen Verletzung ihrer Rechte und die Lage in Mosambik kennen. In den zurückliegenden mehr als dreizig Jahren ist das Geld für die Madgermanes immer wieder in falsche Hände geraten.