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Chronologie 1988

JANUAR

1988

JANUAR 1988: RENAMO-Angriffe auf Städte in den Südprovinzen Gaza und Maputo Zum Jahreswechsel 1987/88 kommen bei der Explosion einer Mine an einer Bahnstrecke nach ihrem Heimaturlaub 22 mosambikanische Arbeitsmigranten ums Leben, 71 werden verwundet. Zu Jahresbeginn 1988 verstärken die RENAMO-Rebellen ihre Angriffe auf Städte in den Südprovinzen Gaza und Maputo. Dem Überfall auf Namaacha am 19. Januar 1988, folgen vier Tage später Angriffe auf Guija, am 6. Februar 1988 auf Moamba und nur wenige Tage später auf Bella Vista.

JANUAR

1988

JANUAR 1988: Der Bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß besucht Mosambik Im Januar 1988 begibt sich Franz-Josef Strauß im Auftrag von Bundeskanzler Kohl auf eine skandalträchtige Reise in die Konfliktregion im Südlichen Afrika. Von Vertretern anerkannter südafrikanischer Anti-Apartheid-Organisationen wird Strauß in Pretoria als „Bombenleger und Terroristen“ bezeichnet. Diese lehnen ein Treffen mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten ab, nachdem Strauß noch vor Reisebeginn öffentlich wiederholt hatte, dass die Einführung des fundamentalen Demokratieprinzips „ein Mensch – eine Stimme“ in Südafrika zum Chaos führen würde. Einen Tag nach seinem Treffen mit dem südafrikanischen Staatspräsidenten Botha trifft der Bayerische Ministerpräsident in Maputo den mosambikanischen Regierungschef Chissano, der ihn mit besonderer Herzlichkeit begrüßt. Von Chissano erntet Strauß sogar Zustimmung, dass europäische Sanktionen gegen die Apartheidregierung in Südafrika seinem Land nur schaden würden, weil dann Tausende Mosambikaner ihren Arbeitsplatz im Nachbarland verlieren. Wie bereits Kanzler Kohl gegenüber Staatspräsident Chissano, macht in Maputo auch der um das Amt des Bundesaußenministers kämpfende Strauß Zusagen bundesdeutscher Entwicklungshilfe gegenüber Entwicklungsminister Jacinto Veloso. Bei einem Gespräch mit Mosambiks Verteidigungsminister Alberto Chipande leugnet Strauß die Existenz eines RENAMO-Büros in Heidelberg und die direkten Verbindungen zwischen der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, der dubiosen Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt und der Terrororganisation in Mosambik. Während einer Pressekonferenz in Maputo am 22. Januar 1988 sagt F. J. Strauß: “My views have always been very sincere and realistic. I was one of the first and most influential Europeans who influences South Africans to start with dismantling the policy of apartheid but, what I have told Washington we must distinguish between the general apartheid which can’t be dismantled down to zero, reduced down to zero in a very short time, and the so-called political apartheid where the status quo is absolutely unsatisfactory and ‘one man — one vote’ is not achievable and maybe not desirable in a near future, not at least in the interests of the non-whites.”

JANUAR

1988

JANUAR 1988: TAZ “Erst Massaker, dann Bundeshilfe" Am 26. Januar 1988, wenige Tage nach dem Strauß-Besuch in Mosambik, thematisiert die TAZ unter dem Titel “Erst Massaker, dann Bundeshilfe” die heimliche Unterstützung der RENAMO-Guerilla durch die Bundesregierung. Der Autor Sigfried Pater verweist in seinem Beitrag nicht nur auf Südafrikas nach dem Nkomati-Abkommen nicht beendete Unterstützung der Terrorbanden, sondern auch auf RENAMO-Kontakte und heimliche Treffen in der Bundesrepublik. Zitiert wird ein Sprecher des mosambikanischen Informationsministeriums, der in Bezug auf mögliche Bundeshilfe die Ausweglosigkeit der Regierung Chissano mit den Worten beschreibt: “Jemand, der die Schlinge am Hals hat, wehrt sich nicht mehr großartig.”

FEBRUAR

1988

FEBRUAR 1988: Kontroverse Debatten im Bayerischen Landtag und Bundestag Über die Reise des Bayerischen Ministerpräsidenten und des ihn begleitenden Staatssekretärs im BMZ Siegfried Lengl kommt es zu einer heftigen Debatte im Bayerischen Landtag. Auch im Bundestag verschärft sich die kontroverse innenpolitische Debatte um die „doppelzüngige“ Südafrika-Politik von Bundeskanzler Kohl. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jochen Vogel, der FDP-Abgeordnete Ulrich Irmer und Abgeordnete der Fraktion Die Grünen kritisieren in der Aktuellen Stunde des Bundestags, dass die Reise von Strauß „schweren, nur langfristig wiedergutzumachenden Schaden für eine friedliche Lösung im südlichen Afrika angerichtet“ hat. Dem Ansehen der Bundesrepublik sei ein schwerer Schaden zugefügt und die offizielle Südafrika-Politik ihrer Glaubwürdigkeit beraubt worden. Der einzige, der in der Aktuellen Stunde mit keinem Wort auf die Reise von Strauß eingeht, ist dessen Widersacher Außenminister Genscher. Der Streit im Bonner Regierungslager weitet sich aus, als bekannt wird, dass die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, Liselotte Berger (CDU) in der 2. Februarwoche 1988 auf Einladung des Apartheidregimes nach Südafrika und Namibia gereist war. Während ihrer von Beamten des südafrikanischen Außenministeriums betreuten “Privatreise” traf sich die eigentlich für Berlin-Fragen zuständige Kohl-Vertraute mit dem Homeland-Führer, Gatsha Buthelezi. In Windhuk führte die Staatssekretärin Gespräche mit Ministern der von Bonn abgelehnten Übergangsregierung Namibias und besuchte militärische Stützpunkte.

MÄRZ

1988

MÄRZ 1988: Mord der ANC-Politikerin Dulcie Evonne September in Paris Dulcie Evonne September wird am 29. März 1988 in Paris Opfer eines Attentats. Sie hatte unter anderem über den Waffenhandel und den Handel mit nuklearem Material zwischen Frankreich und Südafrika recherchiert.

MÄRZ

1988

MÄRZ 1988: Interview über die Verletzung des Nkomati-Abkommens Fernando Tepo, einer der durch Machels Amnestie begnadigten RENAMO-Rebellen, berichtet dem schwedischen Journalisten Anders Nilsson im März 1988 in Beira, dass er Ende Dezember 1987 und Anfang Januar 1988 am Transport einer Ladung Waffen und Munition von einem Strandort zwischen Beira und der Mündung des Sambesi teilgenommen hatte. Es dauerte drei Tage und drei Nächte, um das Material zu transportieren, sagt er, einschließlich Munition, AK-47, Minen, Granaten für 60-mm- und 81-mm-Mörser, Medikamente und Decken. (Radio Mosambik, 15. März 1988, BBC Summary of World Broadcasts, 18. März 1988)

APRIL

1988

APRIL 1988: Die UdSSR wird ungewollt zum Waffenlieferanten des Apartheidregimes Im April 1988 wird bestätigt, dass das von der UdSSR ausgerüstete angolanische Militär und die kubanischen Hilfstruppen bei Kämpfen in Angola moderne Waffen und Militärtechnologie im Wert von 600 Millionen US-Dollar an die UNITA-Rebellen und südafrikanische Truppen lerloren haben.

APRIL

1988

APRIL 1988: Ermordung des Ex-Generalsekretärs der RENAMO Evo Fernandes Am 21. April 1988 wird der Generalsekretär der RENAMO Dr. Evo Fernandes in Malveira da Serra, einem kleinen Ort in der Nähe von Lissabon tot aufgefunden. Er war entführt, gefoltert und drei Tage später getötet worden. Eine Beteiligung des mosambikanischen Geheimdienstes SNASP wird sofort ausgeschlossen. Der in Köln beheimatete Artur Janeiro Fonseca, Mitglied des Nationalrats der RENAMO und als Sekretär für Außenbeziehungen zweiter Mann in der Hierarchie der Organisation, und Manuel Frank aus Lissabon, verantwortlich für die Europabeziehungen der RENAMO, nehmen an der Beerdigung teil. Aus finanziellen Gründen fehlen RENAMO-Vertreter aus den USA und Kanada. Zwar werden im Juli 1989 vom Gericht Cascais in Portugal Chagas Alexandre als Mörder zu einer Freiheitsstrafe von 18 Jahren und dessen Kumplize Joaquim Messias zu 8 Jahren Freiheitsentzug verurteilt, doch wird das Verbrechen nie vollständig aufgeklärt werden. 2008 wird die Witwe Ivete Fernandes in einem Interview schwere Vorwürfe der Nichtanerkennung der Verdienste ihres getöteten Mannes an Afonso Dhlakama richten und ihn als Demagogen bezeichnen.

APRIL

1988

APRIL 1988: US-Berater Gersony bezeichnet die RENAMO als “Rote Khmer Afrikas” Im April 1988 dokumentiert der Bericht des Beraters Robert Gersony für das Bureau of Refugee Affairs des US-Außenministeriums auf der Grundlage von Interviews mit Flüchtlingen und Vertriebenen die systematische Menschenrechtsverletzungen, die überwiegend Renamo zugeschrieben wurden. Gersony klagt die die brutalen Methoden der Rebellenorganisation an und bezeichnet die RENAMO als “Rote Khmer Afrikas”.

APRIL

1988

APRIL 1988: Bundesinnenminister Zimmermann verschärft das Aufenthaltsrecht für Ausländer Mit einem von Bundesinnenminister Zimmermann im April 1988 vorgelegten 17 Paragraphen umfassenden Ausländerintegrationsgesetz (AIG) soll einerseits der dauerhafte Aufenthalt der einst massenhaft in die Bundesrepublik geholten Gastarbeiter und ihrer Angehörigen rechtlich abgesichert werden. Andererseits enthält das 82 Paragraphen umfassende Ausländeraufenthaltsgesetz (AAG) strenge Bestimmungen, die dem weiteren Zuzug von Ausländern enge Grenzen setzen.

MAI

1988

MAI 1988: Südafrika finanziert die Ausbildung von 3 Bataillonen der mosambikanischen Regierungstruppen Mit Kosten von 14 Millionen US-Dollar jährlich unterstützt Südafrika die Ausbildung von drei Bataillonen der desolaten 30 000-Mann-Armee Mosambiks. Im Gegengeschäft soll die Regierung in Maputo die Versorgung des Apartheidstaats mit Strom vom Cahora-Bassa-Staudamm sichern. Das riesige Kraftwerk am Sambesi-Fluss war noch von den ehemaligen portugiesischen Kolonialherren in Auftrag gegeben, zum Großteil von deutschen Firmen gebaut und kurz vor der Unabhängigkeit 1975 fertiggestellt worden. Der vereinbarte Verkauf von 1450 Megawattstunden Elektrizität an Südafrika über eine 1400 Kilometer lange Gleichstromleitung scheiterte jedoch, weil die Kabelmasten ständig von Renamo-Rebellen zerstört wurden.

MAI

1988

MAI 1988: Save the Children beginnt mit der Wiedereingliederung von Kindersoldaten Internationale Organisationen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen aus mehreren Ländern erklären sich bereit, die Hilfs- und Wiederaufbaubemühungen Mosambiks zu unterstützen. Save The Children startet in Lhanguene ein Wiedereingliederungsprogramm von zunächst 39 Kindersoldaten im Alter von 6 bis 16 Jahren.

JUNI

1988

JUNI 1988: Strafantrag gegen Kanzler Kohl in der U-Boot-Affäre Im Juni 1988 stellen die Grünen Strafantrag gegen Kanzler Kohl wegen Falschaussage in der U-Boot-Affäre. Ihr Vorwurf: Kohl, der schon in der Flick- und Parteispendenaffäre vor einem Untersuchungsausschuß einen »Blackout« hatte, habe vor dem U-Boot-Ausschuss gelogen. Am 16. Februar 1987 hatte der Kanzler bestritten, schon im Sommer 1984 von dem damals unmittelbar bevorstehenden »Vertragsabschluss« mit dem Apartheid-Staat gewusst zu haben. Ein nun aufgetauchter Brief aber belegt, dass Kohl mit Strauß vor Vertragsabschluss mehrfach über das Südafrika-Geschäft der U-Boot-Bauer, den Kieler Howaldtswerken/ Deutsche Werft (HDW) und dem Ingenieurkontor Lübeck (IKL), gesprochen hat. Mehrere komplette Unterseeboote sollten von den norddeutschen Schiffsbauern an den Apartheid-Staat verkauft werden - ein klarer Verstoß gegen das 1977 auch mit der Stimme Bonns beschlossene UN-Waffenembargo. Geliefert wurden am Ende unter konspirativen Umständen zwar nur angeblich wertlose Blaupausen, für die Südafrika aber fast 50 Millionen Mark zahlte.

JUNI

1988

JUNI 1988: Tod eines DDR-Bürgers bei einer Massenschlägerei mit Mosambikanern In Stollberg, nahe Karl-Marx-Stadt, kommt es im Juni 1988 in einer Gaststätte zu einer Massenschlägerei von Deutschen und Mosambikanern, bei dem ein DDR-Bürger durch Messerstiche tödlich verletzt wird. Die Abteilung X der Staatssicherheit, die sich mit dem Vorfall befasst, schätzt in ihrem Bericht die Auseinandersetzung als Eskalation eines schwelenden Konfliktes zwischen Deutschen und Mosambikanern in der Region ein. Bereits zuvor sei es zu „leichteren Auseinandersetzungen mit den seit drei Monaten, vorwiegend im VEB Textima tätigen mosambikanischen Bürgern“ gekommen. Nun plane die Volkspolizei, Ermittlungsverfahren wegen „Rowdytum“ und dem Strafbestand der „Beleidigung wegen Zugehörigkeit zu einer anderen Nation oder Rasse“ einzuleiten. Mit den Meistern des Betriebes VEB Textima sei eine Aussprache durchzuführen, „damit diese Einfluss auf ihre Arbeitskollegen nehmen, um Spannungen zwischen den Betriebsangehörigen aus der DDR und den mosambikanischen Arbeitskräften zu verhindern.“

JUNI

1988

JUNI-AUGUST 1988: Veröffentlichung mehrerer Interviews mit amnestierten RENAMO-Rebellen Zahlreiche Interviews mit ehemaligen RENAMO-Rebellen bestätigen die Verletzung des Nkomati-Abkommens durch Südafrika. Die örtliche Verwalterin der Casa Banana im Distrikt Gorongosa, Eta Companhia, berichtet Anfang Juni 1988, dass Bauern, die im Mai 1988 aus den Renamo-Gebieten geflohen waren, von Fallschirmabwürfen durch zwei Dakota-Flugzeuge auf der Safrique-Basis (einem ehemaligen Jagdlager) gesprochen hätten. (Noticias, 11. Juni 1988) Horácio Taimo und Alberto Rendição, die Leibwächter des Renamo-Präsidenten Dhlakama gewesen waren, bis sie Ende 1986 in ein anderes Gebiet versetzt wurden, erzählten Filemão Saveca, einem Radiojournalisten in der Provinz Manica, im Juni 1988, dass die Versorgungsflugzeuge nach Gorongosa auch Uniformen und Waffen brachten, und dass die Flugzeuge mit Elfenbein und kostbarem Hartholz nach Südafrika zurückkehrten. (Noticias, 23. Juli 1988) Julieta Jhone erzählte Karl Maier vom London Independent im Juli 1988, dass sie und andere Träger im März 1988 dunkelgrüne Munitionskisten etwa 2 Fuß breit von der Küste in die Gegend von Inhaminga getragen hätten. (Independent, 26. Juli 1988) Anuário Macume erklärt im August 1988 gegenüber einem mosambikanischen Journalisten in der Provinz Inhambane, er habe Mitte 1987 an einer Waffenkolonne von der Küste von Inhambane in der Nähe von Vilanculo teilgenommen. Dort sei ihm gesagt worden, die Waffen kämen aus Südafrika. (Noticias, 30. August 1988)

AUGUST

1988

AUGUST 1988: Vereinbarung zwischen STASI (DDR) und SNASP (VR Mosambik) Trotz des längst eingeleiteten politischen Öffnungsprozesses der FRELIMO gegenüber dem Westen, unterzeichnen Erich Mielke und der mosambikanische Sicherheitsminister Mariano de Araujo Matsinhe am 29. August 1988 im Rahmen der langjährigen Kooperation der “Bruderorgane” eine weitere Vereinbarung über geheimdienstliche Zusammenarbeit. Anderthalb Jahre vor der Stasi-Auflösung intensivieren die Geheimdienste der DDR und Mosambiks ihre Aktivitäten zur geheimdienstlichen Kontrolle der mosambikanischen Vertragsarbeiter in der DDR.

SEPTEMBER

1988

SEPTEMBER 1988: Treffen Chissano - P.W. Botha in Songo Auf der Suche nach Frieden treffen sich am 12. September 1988 Präsident, Joaquim Chissano und sein südafrikanischer Amtskollege P.W. Botha in Songo, in der Provinz Tete. Zweck des Treffens ist es, die Zusage der beiden Länder zu bekräftigen, sich an das Nkomati-Abkommen zu halten, das 1984 von diesen beiden Ländern unterzeichnet wurde. PW Botha verspricht während des Treffens, die RENAMO nicht zu unterstützen, die Stromleitungen von Cahora Bassa zu verteidigen und wieder aufzubauen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu verstärken. Chissano hingegen erteilt hochrangigen Führern der römisch-katholischen, anglikanischen und protestantischen Kirche die Erlaubnis, direkten Kontakt mit RENAMO-Führern aufzunehmen. Diese Entwicklungen wird im Februar 1989 zu einem bedeutenden Durchbruch führen, als Kirchenführer von den Friedensgesprächen in Kenia mit der klaren Botschaft zurückkehren, dass die Renamo den Krieg satt habe und sich dem Frieden verschrieben habe.

SEPTEMBER

1988

SEPTEMBER 1988: Vereinbarung zwischen dem Staatssekretariat für Arbeit und Löhne der DDR und dem Ministerium für Arbeit der VR Mosambik Am 30. September 1988 unterzeichnen das Staatssekretariat für Arbeit und Löhne der DDR und das Ministerium für Arbeit der Volksrepublik Mosambik eine Vereinbarung zu Fragen der Durchführung des Abkommens vom 24. Februar 1979 über die zeitweilige Beschäftigung mosambikanischer Werktätiger in sozialistischen Betrieben der DDR. Über den Inhalt der Vereinbarungen gelangt offiziell keine Information an die Öffentlichkeit.

OKTOBER

1988

OKTOBER 1988: Entführung der Besatzung des deutschen Frachtschiffs „Edda“ in der Hafenstadt Quelimane beendet Am 13. Oktober 1988 gelingt die Freilassung der zwei Monate zuvor von Renamo-Rebellen verschleppten bundesdeutschen Seeleute. Dem Auswärtigen Amt in Bonn und dem BND in Pullach war es gelungen, Kontakt zu den Entführern aufzunehmen. Zeitgleich findet in Heidelberg ein Treffen der RENAMO-Spitze statt, an dem auch RENAMO-Führer Afonso Dhlakama teilnimmt. Der WDR wird am 6.12.1988 über das Gipfeltreffen berichten und der „Spiegel“ spekulieren, dass an die Freilassung der entführten Seeleute Hilfszusagen geknüpft wurden.

NOVEMBER

1988

NOVEMBER 1988: Beginn der Rückreise der SdF-Absolventen nach Mosambik Gemäß Beschluss des Sekretariats des ZK der SED vom 31. August 1988, beginnt am 8.November 1988 in der "Schule der Freundschaft" nach beendeter Ausbildung die Rückreise von 840 mosambikanischen Jugendlichen, Lehrern und Erziehern, die am 18. Dezember 1988 abgeschlossen wird.

NOVEMBER

1988

NOVEMBER - DEZEMBER 1988: Forschungen von William Minter Als Teil eines größeren Forschungsprojekts über Aufstände im postkolonialen Mosambik und Angola, das von der Ford Foundation und der Swedish International Development Agency finanziert wird, unternimmt der Autor William Minter aus Washington im November und Dezember 1988 eine Forschungsreise nach Mosambik mit dem Ziel, ehemalige Renamo-Kämpfer zu befragen, die die bedingungslose Amnestie der mosambikanischen Regierung im Jahr 1988 akzeptiert hatten. Die Arbeit wurde durch die zunehmende Offenheit der Regierung für unabhängige Ermittlungen und durch den Präzedenzfall der methodologisch soliden Forschungsstrategie des Gersony-Berichts erleichtert und wird ein Jahr später veröffentlicht. 1994 wird sein Buch “Apartheid’s Contras” erscheinen.

DEZEMBER

1988

DEZEMBER 1988: ZDF berichtet über Waffengeschäfte des BND Unter dem Titel „Wer ließ Dulcie S. ermorden?" strahlt das ZDF am 8. Dezember 1988 einen Bericht über die am 29. März 1988 vor ihrem Büro in Paris erschossene Vertreterin der südafrikanischen Oppositionsbewegung ANC, Dulcie Evonne September, aus. Laut dem Bericht des Autors Jürgen Roth sind der RENAMO durch einen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes Gelder in Höhe von 10 Millionen DM für Waffenkäufe zur Verfügung gestellt worden.